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Bühne | 1943
Hänsel und Gretel (Puppenschrein)



Premiere:08.06.1943
Buchvorlage: Jakob und Wilhelm Grimm
Bearbeitung: Walter Oehmichen
Inszenierung: Walter Oehmichen
Puppenbau: Walter Oehmichen
Kostüme: Rose Oehmichen
Bühnenbau/ Dekoration: Walter Oehmichen
Puppenspieler: Walter Oehmichen
Rose Oehmichen
Ursel Oehmichen
Hannelore Oehmichen
Inhaltsangabe:
Da der arme Holzhauer Martin seine Familie nicht mehr ernähren kann, drängt ihn seine zweite Frau, die Kinder aus erster Ehe in den Wald zu führen und dort zu verlassen. Hänsel und Gretel hören jedoch von dieser Absicht und sammeln Kieselsteine, welche sie, auf dem Hinweg ausgestreut, zurück zur Hütte des Vaters führen. Die Stiefmutter drängt ihren Mann jedoch aufs Neue, die Kinder auszusetzen, und erneut gehorcht der Vater. Diesmal gelingt es den Kindern jedoch nicht, zuvor Kieselsteine zu sammeln, daher streut Hänsel Brotkrumen, die ihm den Heimweg weisen sollen. Unglücklicherweise werden die Krumen aber von Tieren gefressen, sodass die Kinder nicht mehr nach Haus finden.
Am gleichen Tag widerfährt Martin jedoch etwas Sonderbares. Beim Holzhauen befreit er eine gute Fee, die 100 Jahre lang in einen hohlen Baumstamm gebannt war. Zum Dank gewährt diese ihrem Retter einen Wunsch, und Martin, der seine Kinder nur schweren Herzens in den Wald brachte, bittet sie um Hilfe für seine Kinder.
Nach langer Suche gelangen diese zunächst an ein sonderbares Häuschen mitten im Wald – ein Häuschen ganz aus Pfefferkuchen. Viel zu spät bemerken sie, dass darin die grausame Hexe Buckelkrumm wohnt, die den Hänsel einsperrt, mästet und schließlich fressen will. Gretel muss indessen der Hexe als Magd dienen …

Informationen:
Elfmal war das Stück Die drei Wünsche bereits vor Verwandten und Bekannten gespielt worden, als das Repertoire von Oehmichens privater Hausbühne Zuwachs erhielt. Am 8. Juni 1943 fand die Uraufführung des Stücks Hänsel und Gretel statt – wie üblich vor geladenen Gästen. Der 7. Dezember 1943 ist allerdings ein in diesem Zusammenhang noch wichtigeres Datum. An diesem Tag trat »Walter Oehmichens Marionettentheater Der Puppenschrein« (so titelte der Programmzettel) nämlich erstmals an die Öffentlichkeit. Mit dem neuen Stück nach dem Märchen der Brüder Grimm präsentierte er sich den im Krieg verwundeten Patienten des Lazaretts Maria-Stern, und nicht nur die Zuschauer, auch die Presse lobte diese öffentliche Premiere in höchsten Tönen.
Die Folge war eine Anfrage der Stadt, ob Walter Oehmichen bereit wäre mit seiner kleinen Bühne auch für die Kinder in der Kinderlandverschickung zu spielen. Da der Puppenschrein aber im Februar 1944 beim Brandbomben-Angriff auf Augsburg zerstört wurde, kam es nicht mehr dazu. Jedoch ließen die Vernichtung des Schreins und das öffentliche Interesse in Oehmichen den Wunsch wachsen, eine neue Puppenbühne zu schaffen – eine, die sich leicht transportieren lassen sollte, die man idealer Weise in eine Kiste packen konnte – eine Puppenkiste!

Bühnenbild und Szenenfolge:
1. Bild: Die Stiefmutter hat einen bösen Plan
2. Bild: Die Kinder werden in den Wald gebracht
3. Bild: Hänsel und Gretel kommen zum Hexenhaus
Pause
4. Bild: Bei der Hexe Buckelkrumm
5. Bild: Hänsel und Gretel finden zum Vater zurück
Figuren und Sprecher:
Der Vater, ein Holzhauer
Walter Oehmichen
Die Stiefmutter
Rose Oehmichen
Hänsel
Ursel Oehmichen
Gretel
Hannelore Oehmichen
Die Hexe Buckelkrumm
Rose Oehmichen
Die gute Fee Zimberimbimba
Hannelore Oehmichen
Ein Reh
(stumm)
Ein Vögelchen
(stumm)
Ein Schmetterling
(stumm)

Die Geschwister Gretel und Hänsel sowie die böse Hexe Buckelkrumm
[© Walter Oehmichen]

Der Vater und die Stiefmutter
[© Matthias Böttger]

3. Szene: Hänsel und Gretel treffen auf die Hexe Buckelkrumm
[© Walter Oehmichen]

5. Szene: Hänsels und Gretels Vater ist überglücklich, als die Kinder heimfinden.
[© Walter Oehmichen]

Hinter den Kulissen des Puppenschreins: Walter und Hannelore Oehmichen bei einer Aufführung.
[© unbekannt]

Hinter den Kulissen: Die ganze Familie ist beschäftigt.
Auf der Bühne: Das erste Bild mit den Kulissen der Holzfällerstube
[© unbekannt]
Bezüge zu anderen Produktionen:

Ältere und jüngere Inszenierungen dieser Bühnentextfassung
A) 1948: Hänsel und Gretel
Überarbeitet für die größere Bühne der Augsburger Puppenkiste
B) 1952: Hänsel und Gretel
1948er Fassung teilweise neu ausgestattet
C) 1966: Hänsel und Gretel
Unter Federführung von Hanns-Joachim Marschall neu inszeniert

Weitere Inszenierungen des Stoffes auf Basis anderer Textfassungen
A) 1958: Hänsel und Gretel
1958 verfasste und inszenierte Manfred Jenning eine neue Bearbeitung des Stoffes, die Walter Oehmichens Fassung für einige Jahre ersetzte.
B) 1983: Hänsel und Gretel
Im Jahr 1983 erfuhr Jennings Bearbeitung eine Neuinszenierung unter Regie von Margot Schellemann.
C) 2008: Hänsel und Gretel – eine erstaunliche Geschichte

2008 kreierte Judith Gardner unter dem Titel Hänsel und Gretel - eine erstaunliche Geschichte eine neue Fassung des Märchens frei nach Grimm.
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