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Film & Fernsehen | 1972
Die Steinzeitkinder



Erstausstrahlung: So., 08.10.1972
14:45–15:15 Uhr
Deutsches Fernsehen
Gesamtlaufzeit (PAL):93′21″
Bild:4:3 in Farbe
Konservierung:Umkehr-Film 16mm zzgl. Magnetfilm 16mm (reines Tonband)
Vollständig erhalten
Buchvorlage: Bertil Almqvist 1
Karin von Merhart-Wallin 2
Drehbuch: Manfred Jenning
Regie: Manfred Jenning
Puppenbau: Hannelore Marschall-Oehmichen
Kostüme: Rose Oehmichen
Anne Gall
Bühnenbild: Gertraut »Traudl« Vogler
Bühnenbau/ Dekoration: Hermann Kopp 3
Musik: Hermann Amann
Ton: Dietmar Lange
Erich Neumann
Kamera: Hans Schacht
Kamera-Assistenz: Volker Keiner
Filmschnitt: Margot Schellemann
Redaktion: Harald Schäfer
Produktionsleitung: Heinz Niemczik
Produktion: Hessischer Rundfunk
Inhaltsangabe:
Viertausend Jahre ist es her, die Städte standen alle leer. Die Menschen waren da noch selten. Keiner konnte einfach laufen, um im Laden einzukaufen. Es gab kein Geld – man musste gelten. War man hungrig hieß es jagen, Früchte sammeln und sich plagen. Es gab viele Abenteuer, doch kein Auto und kein Fernseh'n, in kein Wirtshaus konnt' man reingeh'n. Es gab keine Hundesteuer. Keine: Luftballons und Gummibärchen, Spielsalons und Grimmsche Märchen. Keinen Schornstein weit und breit. Weil das Eisen unbekannt hat man Stein dafür verwandt. D'rum sagt man zu der Zeit: Sie war die Steinzeit.
In dieser Zeit und an diesem Ort lebten also damals die Vorfahren der gleichnamigen Hedenhös, die heute in der Fjordstraße wohnen, und sie hießen, wie sollte es auch anders sein, ebenfalls Hedenhös.
Von ihren Abenteuern erzählt diese Geschichte. Zu Beginn lernen wir zunächst die Familie kennen: Vater Ben, Mutter Knuta, Tochter Fliesa und Sohn Sten – und dann sind da noch der Urhund Urax, das Urrind Murra und das wilde Pferd Schönhaar.
Gemeinsam verleben sie ein ganz gewöhnliches Steinzeitleben mit all seinen alltäglichen Gefahren.
Eines Tages jedoch werden Sten und Fliesa von ägyptischen Seeleuten gefangen und über das Meer fortgebracht. Die Ägypter haben die Kinder irrtümlicher Weise für wilde Tiere gehalten und bedauern ihren Fehler. So können die Steinzeitkinder aber immerhin ein paar schöne Monate im warmen Ägypten verbringen.
Kaum sind sie zurück, da kommt den Kindern und Vater Ben eine grandiose Idee: Warum sollte man nicht Lympische Spiele abhalten und die ganze Welt dazu einladen. Gesagt getan. Alsbald wird ein Urlympisches Stadion errichtet und Fackelträger verbreiten die Einladung in der ganzen Welt.
Dann kommt der nächste Winter und die ganze Familie ist erkältet. Vater Ben beschließt, dass man dringend Luftveränderung braucht. Mit einem selbst gebauten Flugzeug steuern die vier daher kurz darauf Mallorca an.4
Der nächste Urlaub führt die Hedenhöser nach England, wo sie unter anderem auch dem Bau von Stonehenge beiwohnen dürfen.
Das letzte Abenteuer der Steinzeitfamilie beginnt in einer romantischen Vollmondnacht. Mutter Knuta fragt sich gerade, warum der Mond so fleckig ist und warum ihn nicht mal jemand mit einem Lederlappen putzt, als Vater Ben den Plan fasst, eine Reise zum Mond zu arrangieren. Es dauert nicht lang, da hat er eine Rakete gebaut und Familie Hedenhös saust dank dem märchenhaft guten Treibstoff Uran, welches man damals noch in Hülle und Fülle vom Boden aufsammeln konnte, fort von der Erde. Auf dem Mond angekommen, stellt Mutter Knuta fest, dass ihr Lappen wohl etwas zu klein ist und dass der Mond auch sonst außer Kratern nicht viel zu bieten hat. Da sieht der Mars doch viel verlockender aus!

Informationen:
Diese Serie setzt sich aus den Geschichten mehrerer Bände der schwedischen Comicreihe Barna Hedenhös von Bertil Almqvist (dt. Die Steinzeitkinder von Karin von Merhart-Wallin) zusammen: Barna Hedenhös (Band 1, 1948), Barna Hedenhös reser till Egypten (Band 2, 1949), Barna Hedenhös och de urlympiska spelen (Band 5, 1952), Barna Hedenhös på Mallorca (Band 10, 1969), Barna Hedenhös besöker England (Band 11, 1971) und Barna Hedenhös i världsrymden (Band 8, 1955).
Die Bände 1, 2, 5 und 8 erschienen auch in Deutschland. Band 11 war 1972 zur Veröffentlichung vorgesehen, erschien jedoch vermutlich nicht.

Nachdem Josef Göhlen im Vorjahr seine Position als Abteilungsleiter beim Hessischen Rundfunk aufgegeben hatte, versuchte Harald Schäfer 1972 als sein Nachfolger mit der Verfilmung von Die Steinzeitkinder eine neue Richtung für das Kinderprogramm zu finden.
Manfred Jenning hielt wenig von der Vorlage. Ihm wäre ein Roman mit durchgängiger Handlung lieber gewesen.
Weil die Handlung der Comics reich an Anachronismen war und oftmals ans Absurde grenzte, fokussierte er sich bei der Abfassung der Drehbücher auf den Humor als Ersatz für den fehlenden »roten Faden«. So wurde Die Steinzeitkinder zu der Produktion der Augsburger Puppenkiste, die die meisten oft irrsinnig komischen Wortspiele in sich vereinte.5
Bei den jungen Zuschauern fiel die Serie dennoch weitestgehend durch.6 Was genau dazu führte, dass die Serie ihre Zielgruppe verfehlte, ist schwer zu sagen. Eine der Ursachen könnte gewesen sein, dass viele der auftauchenden Anspielungen7 für Kinder kaum verständlich gewesen sein dürften. Aber auch der Look der Serie kommt als Grund in Betracht, denn sie wich in Sachen der Puppen- und Kulissengestaltung stark von dem ab, was in den Vorjahren als Sehgewohnheit für Puppenkiste-Produktionen geprägt worden war.8 Infolge der enttäuschenden Publikumsreaktion nach der Erstsendung, war der Serie auch künftig wenig Erfolg beschieden. Sie wurde nur viermal wiederholt und erschien nicht als Einzeltitel auf DVD.9

Episodentitel (Erstausstrahlung - Laufzeit):
1. Folge: Fahrt nach Ägypten (So., 08.10.1972 • 14:45–15:15 Uhr • 22′45″)
2. Folge: Urlympische Spiele (So., 15.10.1972 • 14:40–15:10 Uhr • 23′03″)
3. Folge: Inselreisen (So., 22.10.1972 • 14:30–15:00 Uhr • 24′15″)
4. Folge: Weltraumabenteuer (So., 29.10.1972 • 14:45–15:15 Uhr • 23′18″)
Figuren und Sprecher:
Erzähler
Manfred Jenning
Nachbar Guhr
Manfred Jenning
Vater Ben Hedenhös
Gerhard Jentsch
Urax, der Urhund
Hanns-Joachim Marschall
Murra, die Urkuh
Hanns-Joachim Marschall
Mutter Knuta Hedenhös
Claudia Hansmann
Fliesa Hedenhös
Gerlind Ohst
Sten Hedenhös
Christel Peschke
Schönhaar, das Pferd
Hanns-Joachim Marschall
Steinzeitmann 1
Walter Oehmichen
Steinzeitmann 2
Dr. Erich Ziemann
Ida Nilson
Barbara Schellemann
Pyram Nilson
Claudia Hansmann
Mutter Delta Nilson
Margot Schellemann
Vater Papyrus Nilson, ägyptischer Kaufmann
Klaus Martin Heim
Matrose
Arno Bergler
Steinzeitungsbote
Hanns-Joachim Marschall
Steinzeitsportreporter
Herbert Meyer
Gewichtheber
Arno Bergler
Steinzeitmann 3 (Glasschaden)
Klaus Martin Heim
Läufer
Horst Emanuel
Arno, der Hornbläser
Arno Bergler
Klaus, der Hornbläser
Klaus Martin Heim
Fackelträger nach Ägypten
Herbert Meyer
Steinzeitmann 4
Gotthard Ebert
Fackelträger nach Bayern
Arno Bergler
Fackelträger nach Ostfriesland
Horst Emanuel
Steinzeitmann 5 (»Jaja«)
Gotthard Ebert
Afrikaner
Walter Oehmichen
Stadionsanzeigetechniker 1
Walter Oehmichen
Stadionsanzeigetechniker 2
Hanns-Joachim Marschall
Wurstverkäufer
Horst Emanuel
Bertil Almquist
Gotthard Ebert
Magaluf, Häuptling der Honderos
Sepp Wäsche
Malle, sein Sohn
Hanns-Joachim Marschall
Palma, die Gattin des Magaluf
Margot Schellemann
Teufelsrochen
Manfred Jenning
Chopino
Dr. Erich Ziemann
Beefsteakesser 1
Walter Oehmichen
Beefsteakesser 2
Gotthard Ebert
Sherlock Holmes
Klaus Martin Heim
Dr. Watson
Arno Bergler
Sir Haupthammer, Chef of the bikers
Horst Emanuel
1. Lotse im Landeturm auf dem Mars
Horst Emanuel
2. Lotse im Landeturm
Hanns-Joachim Marschall
Polizist
Arno Bergler
Sprecher von Radio Mars
Sepp Wäsche
Prof. Gritchimisch
Walter Oehmichen
Oktoberfestschreier
Gotthard Ebert
Lied im Vorspann
Christel Peschke
Hanns-Joachim Marschall
Produktionsdaten:
12.–19.05.1972: Tonaufnahmen Sprache
19.–25.05.1972: Tonschnitt in Augsburg
29.–31.05.1972: Überspielung der Playbackbänder in Frankfurt
05.–22.06. + 26.06.–07.07.1972: Dreharbeiten in Augsburg10
15.07.–03.08.1972: Filmschnitt
27.+28.08.1972: Musikaufnahmen
31.08.–02.09.1972: Geräuschaufnahmen
04.–20.09.1972: Filmschnitt u. Anlegen der Musik und Geräusche sowie Feinschnitt in Augsburg
11.09.1972: Negativschnitt u. Anfertigung Sendekopien evtl. auch Klatschkopien für Mischung in Frankfurt
25.–28.09.1972: Mischung in Frankfurt


Die Familie Hedenhös vor ihrer Höhle: Vater Ben, Tochter Fliesa, Sohn Sten und Mutter Knuta
[© Fotostudio Meile]

Die Familie hat sich eine Kuh und ein Pferd gefangen. Sie heißen Murra und Schönhaar.
[© Fotostudio Meile]

Die Familie Nilson aus Ägypten: Mutter Delta, Vater Papyrus, Tochter Ida, Sohn Pyram und ihre Katze
[© Fotostudio Meile]

Fliesa, Sten, Ida und Pyram spielen mit Murmeln
[© Fotostudio Meile]

Das Urlympische Stadion entsteht
[© Fotostudio Meile]

Die beiden Hornbläser Klaus und Arno
[© Fotostudio Meile]

Das Urlympische Feuer wurde entzündet und Fackelläufer tragen die Einladung zu den Spielen in alle Welt – sogar bis nach Bayern!
[© Fotostudio Meile]

Ein Trapezgewichtheber beeindruckt die Zuschauer.
[© Fotostudio Meile]

Als es mal wieder kälter wird, zieht sich die Familie Hedenhös in ihre Höhle zurück. Ben beschließt einen Urlaub auf Mallorca!
[© Fotostudio Meile]

Die Hedenhöser mit Häuptling Magaluf und dessen Frau Palma.
[© Fotostudio Meile]

Chopino, Magaluf und Ben Hedenhös bezwingen den Teufelsrochen.
[© Fotostudio Meile]

Bei einem Besuch in England werden Fliesa und Sten von zwei Beefsteakessern entführt.
[© Fotostudio Meile]

Sherlock Holmes und Doktor Watson ermitteln.
[© Fotostudio Meile]

Murra und Schönhaar dürfen nicht mit auf die Reise zum Mond.
[© Fotostudio Meile]

Die Steinzeitmänner bestaunen Vater Bens Rakete.
[© Fotostudio Meile]

Auf dem Mond, so stellen die Hedenhöser fest, gibt es weniger Schwerkraft … und seltsame Fahnen.
[© Fotostudio Meile]

Das letzte Stück auf ihrem Weg zum Mars werden die Hedenhöser von fliegenden Untertassen begleitet.
[© Fotostudio Meile]

Auf dem Mars sind die Steinzeitmenschen die größte Attraktion auf dem Oktoberfest.
[© Fotostudio Meile]

Kritiken/ Pressestimmen:
»Urlympische« Spiele der Puppenkiste
Steinzeitkinder abenteuern fürs Fernsehen
Hessischer Rundfunk dreht im Augsburger Marionettentheater
»… lympische Spiele« werden gegenwärtig nicht nur in München und in Augsburg am Eiskanal vorbereitet, sondern auch in der Puppenkiste. An der Bäckergasse dreht das Hessische Fernsehen (ARD) in den Gewölben des Marionettentheaters die abenteuerliche Entstehung eines »Urlympischen Stadions«, das die Steinzeitfamilie Hedenhös für urige Sportwettkämpfe mit viel Schweiß und Überstunden samt erfahrungsgemäßer Kostenvoranschlagsüberschreitung auf ihre Weise errichtet.
       Vater, Mutter, Sohn und Tochter, Hund und Pferd und Kuh und Freunde, alle in humorbewährtem Oehmichenformat, mit steinzeitlichem Haarschnitt und wuscheligem Sportdress sind an dem urgeschichtlichen Unternehmen beteiligt, das Manfred Jenning zu einer rundum köstlichen Story für kleine Fernseher (und auch große mit Freud' am Spaß) ausgebaut hat.
       Den Anstoß zu dieser neuen Guckkastenserie der Augsburger Marionettenbühne gab der Intendant des Hessischen Rundfunks, der sie in dem Steinzeitkinderbuch des Schweden Bertil Almqist entdeckte. Seit drei Wochen ist bereits ein 15 Mann starkes Aufnahmeteam aus Frankfurt mit dem gesamten Puppenkisten-Ensemble am Werk, um die »Abenteuer der Steinzeitkinder« in vier Folgen in die Kamera zu packen; nahezu ebensolange werden die Dreharbeiten noch in Anspruch nehmen.
       Was das Geschwisterpärchen Sten und Fliesa nun am Fädchen und später auf den Bildschirm erlebt, ist ebenso lustig wie abenteuerlich und anachronistisch: Da werden sie von Ägyptern an den Nil und in die Pharaonenzeit entführt, dann entschließt sich die Familie zu einer Winterreise nach Mallorca und landet dabei auch in Old England, wo sie neben den Stonehengeleuten auch Sherlock Holmes und Dr. Watson begegnet, sie fährt per Steinzeitrakete zum Mond und nimmt auch den Mars noch mit, auf dem es wie im 20. Jahrhundert zugeht.
       Und vorneweg natürlich die olympischen Aktualitäten, »vorsintflutlich« auf den Arm genommen! Die Mitspieler aus den verschiedensten Epochen sind rund 40 Puppen vom Neandertaler bis zum Fußballer, von Nofretete bis zum schottischen Dudelsackpfeifer. Als Kollege wurde den Zeitungsleuten der Sportreporter der Urlympischen Spiele vorgestellt: ein grauslicher Giftknochen von Medizinmann!
       Bei dieser Kinderprogrammserie wird Zuschauern übrigens nicht nur Lachmuskeltraining, sondern auch Köpfchen abverlangt; Die Kinder sollen jeweils entdecken, was absolut nicht in die grad vorherrschende Zeit passt – wenn zum Beispiel die Steinzeitmammi Raumanzüge auf der Nähmaschine stichelt oder neben steinbeilbewehrten Männern plötzlich ein Baukran aufkreuzt …
       Zum ersten Mal arbeitet die Augsburger Puppenkiste bei diesen Filmchen, die natürlich in Farbe gedreht werden, mit Flachkulissen, die der Bühnenbildnerin Traudl Vogler regelrecht »phantastische« zeichnerische Möglichkeiten eröffnet. Für den Hausregisseur der Puppenkiste, Manfred Jenning, ist es der 15. Fernsehfilm, den er mit Walter Oehmichens Marionetten dreht. Chefkameramann Hans Schacht »kurbelt« zum dritten Male an der Bäckergasse: er findet ebenso wie seine Mitarbeiter das Augsburger Klima an selbigem Ort ausgesprochen angenehm.
       »Die Leute hier haben noch Nerven, die nicht explodieren.«
       Und wenn die strampelnde Steinzeitkuh auch bei der dritten Wiederholung bockt, dann wird die Einstellung eben im vierten Durchgang perfekt – mit einem Schluck Apfelwoi als Treibstoff. Klappe! – »Seid's ös? Ab die Post!«

       (Maria Nebl-Krauth für die Augsburger Allgemeine Zeitung)


Weitere Informationen:
Das Beste zum Schluss: Manfred Jennings Bilderegel für die Sprache der Lotsen im Mars-Tower

Der Sitzende mit Monokel spricht die gestotterte Hühnersprache:
Jeder Wortsilbe folgt dabei eine sich reimende Verfremdung nach dem Schema »h*-de-f*«, wobei alle Buchstaben ab dem ersten Vokal in der Silbe zunächst nach einem »h« und anschließend nochmals nach einem »de-f« wiederholt werden.
Beispiel: »Son-ne« wird zu »Son-hon-de-fon--ne-he-de-fe«
Ausnahme 1: folgen zwei identische Silben aufeinander wird nur auf die erste Silbe das Reimschema angewandt.
Ausnahme 2: beginnt eine Silbe mit »h«, so wird der »«h-Reim vor dem »de-F*«-Reim ausgelassen.
Ausnahme 3: bei einigen Worten wird die Bilderegel aus Gründen der besseren Aussprechbarkeit vereinfacht. Dabei wird entweder a) genau so verfahren wie bei Ausnahme 2, b) nur die Buchstaben nach dem zweiten Vokal der Silbe zum Reim herangezogen oder c) eine Silbe bekommt einen Reim auf die Folgesilbe. Vereinzelt kann das Reimschema für eine Silbe sogar ganz wegfallen.

Der Stehende spricht die B-Sprache:
Jeder Vokal oder Umlaut wird dabei mit einem vorangestellten »b« wiederholt
Beispiel: »Sonne« wird zu »Sobonnebe«
Ausnahme 1: bei »ei«, »au«, »eu«, »äu«, »öu« wird ein »ab« vorangestellt (»bauer« wird zu »babaueber«)
Ausnahme 2: vor »ie« wird nur ein »ib« vorangestellt (»dieb« wird zu »dibieb«)

Horst Emanuel und Hanns-Joachim Marschall brauchten übrigens – wie man sich denken kann – ungezählte Anläufe, bis sie den Text flüssig auf Band hatten. Nicht zuletzt, da sie sich ständig vor Lachen krümmten.
Letztendlich haben die beiden es jedoch so gut wie fehlerfrei geschafft. Eine Leistung, die bisher viel zu wenig gewürdigt wurde.
Hier also endlich das verschlüsselte Gespräch zum Mitlesen:

sitzender Lotse:
Jahadefa, ohodefo kehedefe – Eshesdefes wirdhirdefird Landedefe erherdeferlaubhaubdefaubnishisdefis gehedefege benhendefen. Die Rodefotenhendefen lanhandefandenhendefen wiehidifi imhimdefimmerherdefer aufhaufdefauf demhemdefem Monhondefond Deihidefimoshossdefoss, die Schwarzdefarzenhendefen aufhaufdefauf Monhondefond Phohodefoboshosdefos. Enhendenfendehedefe – Ichhichdefich rufhufdefuf dashasdefas unhundefunbehedefekannhanndefanntehedefe Raumhaumdefaumschiffhiffdefiff Apollohollohodefo Nullhulldefull – Bititehe melhelden – Bititehe melheldehen – Hallodefolohodefo meldefeldethetdefet euchheudefeu dochhochdefoch!
(Ja, OK – Es wird Landeerlaubnis gegeben. Die Roten landen wie immer auf dem Mond Deimos, die schwarzen auf Mond Phobos. Ende! – Ich ruf das unbekannte Raumschiff Apollo Null. – Bitte melden. – Bitte melden! – Hallo meldet euch doch!)

stehender Lotse:
Dibie köbönneben sibich nibich mebeldeben Chebef
(Die können sich nich melden, Chef.)

sitzender Lotse:
Warumdefum nichhichdeficht?
(Warum nicht?)

stehender Lotse:
Dibie hababeben näbämlibich abein Proboblebem.
(Die haben nämlich ein Problem.)

sitzender Lotse:
Washasdefas dennhenndefenn?
(Was denn?)

stehender Lotse:
Kabeinebe Fubunkabanlabagebe!
(Keine Funkanlage!)

sitzender Lotse:
Quadrodefofolodefoniehiedefie nochhochdefoch einheindefeinmalhaldefal!
(Quadrofoni noch einmal!)



sitzender Lotse:
Es istefich dochhochdefoch nichhichdefich zuhudefu fashasdefassenhendefen. Diehiedefie lanhandefandenhendefen dochhochdefoch glatthattdefatt inhindefin unhedefesededeferemhemdefem Stadthadtdefadtparkharkdefark. Einheindefein ekhekdefeklahadefatanhandefanterherdefer Fallhalldefall vonhondefon Umhumdefumweltheltdefeltverherdeferschmutzhutzdefutzunghundefung. Ruhudefufenhendefen Siehiedefie diehiedefie Pohodefolihidefizeiheidefei!
(Es ist doch nicht zu fassen. Die landen doch glatt in unserem Stadtpark. Ein eklatanter Fall von Umweltverschmutzung. Rufen Sie die Polizei!)
Bezüge zu anderen Produktionen:

Allgemeiner/ Informativer Bezug zu einer Fernsehproduktion
A) 1994: Jim Knopf, Urmel & Co. – 40 Jahre Augsburger Puppenkiste im Hessischen Rundfunk
Archivmaterial:

Texte & Dokumente (5)
  • 1)   Programmhinweis | Die Steinzeitkinder. Folge 1–4. In: Register Bayerisches Fernsehen, 17. Januar – 7. Februar 1986
  • Druckmedien (10)
  • 1)   Buchvorlage | Almqvist, Bertil: Die fröhlichen Steinzeitkinder. Ihre Abenteuer mit Urax und den wilden Tieren. Oldenburg – Hamburg: Gerhard Stalling Verlag, 1955
  • 2)   Buchvorlage | Almqvist, Bertil: Die Steinzeitkinder in Ägypten. Ihre abenteuerliche Reise und glückliche Rückkehr. Oldenburg – Hamburg: Gerhard Stalling Verlag, 1955
  • 3)   Buchvorlage | Almqvist, Bertil: Die Steinzeitkinder auf der Olympiade. Oldenburg – Hamburg: Gerhard Stalling Verlag, 1972
  • 4)   Buchvorlage | Almqvist, Bertil: Die Steinzeitkinder auf Weltraumfahrt. Oldenburg – Hamburg: Gerhard Stalling Verlag, 1972
  • 5)   Bilder-/Sachbuch | Becker, Christa (Hrsg.); Geissler, Claus-Dieter (Hrsg.); Marschall, Klaus (Hrsg.); Missmahl, Steffen (Hrsg.); Scheerbaum, Peter (Hrsg.): 50 Jahre Augsburger Puppenkiste. Berlin: Rütten & Loening, 1997
  • 6)   Bilder-/Sachbuch | Voss, Richard: Lieder aus der Augsburger Puppenkiste. Beliebte Lieder aus den Fernsehfilmen der Augsburger Puppenkiste für Gesang, Gitarre und beliebige Instrumente. München: G. Ricordi & Co., Bühnen- und Musikverlag GmbH, 2004
  • 7)   Zeitschrift | Bild + Funk, Nr. 51, 16.–22.12.1972. Offenburg: Burda GmbH, 1972
  • 8)   Zeitschrift | Bild + Funk, Nr. 2, 13.–19.01.1973. Offenburg: Burda GmbH, 1973
  • 9)   Zeitschrift | Bild + Funk, Nr. 4, 27.01.–02.02.1973. Offenburg: Burda GmbH, 1973
  • 10)   Zeitschriftenartikel | Helm, Eve Marie: Neue Abenteuer der Steinzeitkinder. In: Bild + Funk, Nr. 51-53/72 u. 1-9/73, 1972-1973
  • Film/ Video (1)
  • 1)   DVD | Augsburger Schatzkiste. Limited Editon. Lighthouse Home Entertainment, 2006
  • Audio (5)
  • 1)   MC | Der Ton Audioproduktionen (Label); Eastwest (Label); TiS (Label): Die schönsten Originallieder der Augsburger Puppenkiste. 40 Lieder aus TV-Produktionen von 1961–1995. Arnsberg: macht die Musik Verlag, 1995
  • 2)   MC | Der Ton Audioproduktionen (Label); Eastwest (Label); TiS (Label): Die Jubiläums-Kassette 50 Jahre Augsburger Puppenkiste. Arnsberg: macht die Musik Verlag, 1998
  • 3)   CD | Der Ton Audioproduktionen (Label); Eastwest (Label); TiS (Label): Die schönsten Originallieder der Augsburger Puppenkiste. Arnsberg: macht die Musik Verlag, 1995
  • 4)   CD | Der Ton Audioproduktionen (Label); Eastwest (Label); TiS (Label): Die Jubiläums-CD 50 Jahre Augsburger Puppenkiste. Arnsberg: macht die Musik Verlag, 1998

  •    1 schwedisches Original
       2 dt. Übersetzung
       3 fertigte die plastischen Requisiten und sägte die Platten für die Flachkulissen in Form, welche dann von einem Maler des HR bemalt wurden
       4 Auf Mallorca in dem blau-blau-blauen Mittelmeer, ja, da sind die Strassen und die Gassen menschenleer. Niemand tummelt sich am Strand und verlassen ist der Wald und selbst im Winter, liebe Kinder, hei, da pfeift kein Wind so kalt. Es gibt kein Limo und kein Bier, nicht das kleinste Souvenir und kein Schwein packt die Badehose ein. Keine Händler und kein Nepp, niemand nimmt dich in den Schlepp, keine Bars auf Mallorca, ja, so war's! Man kannte keinen Charterflug, denn man war sich selbst genug. Und kein Rummel störte einen Bummel und das Paradies, und keiner pries, und keiner pries Mallorca in dem blauen Mittelmeer.
       5 Hier einige Beispiele:
    Ein Wurstverkäufer im Station wird unsanft unterbrochen:
    Wurstverkäufer: »Heiße Würstchen... heiße Würstchen«
    Alter Mann: »Hey Sie, junger Mann!«
    Wurstverkäufer: »Heiße W…«
    Alter Mann: »Es ist mir vollkommen egal, wie sie heißen!«

    Als die Läufer mit Urlympischen Fackeln in die Welt hinaus geschickt werden, um zu den Spielen einzuladen, entspinnt sich folgendes Gespräch:
    Läufer 1: »Warum muss ausgerechnet ich nach Ägypten!?«
    Fliesa: »Oh, dann grüße Pyram und Ida und die heiligen Katzen.«
    Läufer 1: »Wo find ich die?«
    Fliesa: »Gleich wenn du rein kommst rechts!«
    Alter Mann: »Wohin musst Du denn, mein Junge?«
    Läufer 2: »Nach Bayern!«
    Alter Mann: »Oh Gott! Der Himmel beschütze Dich!«

    Eine Songeinlage von Sherlock Holmes und Doctor Watson:
    »Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt der Elefant zum Elfenbein …«

       6 Während den Hessischen Rundfunk sonst zahlreiche Briefe erreichten, die von der Begeisterung der Kinder zeugten, fiel die Reaktion auf Die Steinzeitkinder vergleichsweise gering aus.
       7 z. B. Zitate aus kanonischer Literatur wie »Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern …« aus Friedrich Schillers Wilhelm Tell und Wortspiele wie «Ja, zum Unterhaus nochmal!« als Fluch eines Urengländers
       8 Weil so viele neue Figuren benötigt wurden, hatte Hannelore Marschall-Oehmichen alle Steinzeitmenschen als Puppen mit gedrechselten Köpfen gestaltet. Und auch Traudl Voglers Kulissen haftete etwas Abstraktes an, denn um den Look der Comicvorlagen einzufangen, hatte sie entschieden die Serie ausschließlich mit Flachkulissen auszustatten.
       9 Stand: 3. August 2016
       10 laut Kalendereinträgen von Margot Schellemann
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