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Der Dings aus D. präsentiert den
Datensatz des Monats Oktober 2021


Die kleine Entführung aus dem Serail (Bühne 1991)


Vor 70 Jahren – am 1. November 1951 – verstärkte ein junger Mann das Ensemble der Augsburger Puppenkiste und ahnte zu diesem Zeitpunkt sicher nicht, dass dieses Theater zu seinem Lebensinhalt werden sollte. Er hatte Schauspieler werden wollen, doch sein Vater – selbst eine Honoration der Augsburger Bühnen – hielt ihn für unbegabt, zwang ihn unter falschem Namen aufzutreten und legte ihm auch sonst manche Steine in den Weg. Walter Oehmichen nahm den jungen Mann dennoch als Puppenspieler und Sprecher unter Vertrag. Bei den ersten Fernsehgastspielen knüpfte er Kontakte zum HR und verschwand daher zwischen 1954 und 1955 aus Augsburg. In Frankfurt sammelte er in dieser Zeit Erfahrung als Bildmischer und Tontechniker, kehrte aber schließlich doch in einer Herzensangelegenheit in die Puppenkiste zurück, denn er hatte sich in Oehmichens Tochter Hannelore verliebt. 1957 heiratete er sie, übernahm ab 1958 auch die Aufgaben des Tontechnikers im Marionettentheater, begann ab 1966 zu inszenieren und stieg 1973 zum Theaterleiter auf. Den Fans dürfte der angeblich so Talentlose vor allem durch seine wunderbaren Leistungen als Sprecher bekannt sein. Wer erinnert sich z. B. nicht gern an seinen charmant naiven möchtegernbösen Halbdrachen Nepomuk in Jim Knopf...? Besonderen Spaß bereiteten ihm Dummköpfe wie der Ungar aus Bill Bos Räuberkumpanei oder die Vogelscheuche von Oz. Noch als Theaterleiter war er sich für nichts zu schade. Auch kleinste Nebenrollen gewannen durch ihn Charakter. Selbst wenn nur ein kurzes Hundegebell gebraucht wurde, war er zur Stelle.
Sein Name: Hanns-Joachim Marschall (∗ 28.05.1927 in Hannover).
1992 übergab er die Theaterleitung an seinen Sohn Klaus. Am 2. Februar 1999 verstarb Hanns-Joachim Marschall mit 71 Jahren in Augsburg.
Mit Die kleine Entführung aus dem Serail schloss sich für ihn ein Kreis. Das Stück sollte seine letzte Inszenierung bleiben. Vielleicht verwendete er hierbei gerade deshalb nach vielen Jahren erstmals wieder den Künstlernamen »Hannes Kersten«, unter dem er seine Karriere zu beginnen gezwungen gewesen war.
Sonderausstellung


Gesucht wird...
Kriminalgeschichten auf der Puppenbühne


Eine Ausstellung für die ganze Familie
vom 6. November 2019 bis 17. Mai 2020
im Augsburger Puppentheatermuseum »die Kiste«
- derzeit geschlossen -
Fernsehtermine
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