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Bühne | 1951
Der Kleine Prinz



Premiere:25.02.1951
Buchvorlage: Antoine de Saint-Exupéry 1
Grete und Josef Leitgeb 2
Bearbeitung: Alfred Mühr
Inszenierung: Walter Oehmichen
Puppenbau: Walter Oehmichen
Hannelore Oehmichen
Kostüme: Rose Oehmichen
Bühnenbild: Carlo Schellemann
Musik: Bernhard Stimmler
Inhaltsangabe:
»Bitte … zeichne mir ein Schaf!« wird der abgestürzte, erschöpfte Flugzeugführer »Saint-Ex« in der Einsamkeit der Wüste von einer kindlichen Stimme aus seinen Gedanken gerissen. Diese gehört einem kleinen blond gelockten, grüngewandeten Jungen, der dem Flieger von seinen Sorgen um das Schlechte im Leben berichtet. Der Pilot fühlt sich an Lehren und Erfahrungen seiner Jugend erinnert. Er zeichnet das gewünschte Schaf; einmal, zweimal, dreimal. Doch mit keinem Entwurf ist der kleine Junge zufrieden. Erst als es eine Kiste skizziert bekommt, in der sich das Schaf befinden soll, ist das Kerlchen beglückt. Kein Zeichner kann ein Schaf schließlich so schön zeichnen, wie die Phantasie es sich auszumalen versteht …
Im Folgenden beginnt der kleine Prinz dem langsam verdurstenden Flieger von seinem kleinen Planeten, seiner Rose, seiner wundersamen Reise zur Erde und seinen merkwürdigen Begegnungen zu erzählen. Durch die Augen des unschuldigen kindlichen Prinzen offenbart sich dem Flieger Wahrheit um Wahrheit über das Leben und die unsinnige Natur manchen menschlichen Strebens. So begreift auch er schließlich die Worte »Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« und lässt den kleinen Jungen schweren Herzens seine Reise zurück zu dem kleinen Planten und der einzelnen Rose antreten, wenngleich er weiß, dass das kleine Kerlchen dabei sein Leben lassen wird, während er selbst dank dessen Hilfe überleben und seine Maschine reparieren konnte.

Informationen:
Der Kleine Prinz erfuhr kurz nach seiner Premiere einige Änderungen im Text und in der Inszenierung. Grund waren nachträglich vom Karl Rauch Verlag vorgebrachte Auflagen, die dafür sorgen sollten, dass Alfred Mührs Bühnenfassung dem Text der Buchvorlage »treuer« blieb. Die Premierenfassung wurde daher vermutlich nur wenige Monate gespielt, ehe das Stück ohne Ankündigung einer Neuinszenierung erstmals verändert aufgeführt wurde.

Bühnenbild und Szenenfolge:
Eine der Auflagen des Karl Rauch Verlags war die, dass dem Stück der Eröffnungsmonolog aus dem Buch (Zueignung, Kindheitserinnerungen etc.) als Vorspiel vorangestellt werden musste.
Zudem musste das Nachspiel grundlegend umgestaltet werden.3
Die Premierenfassung spielte vor folgenden Szenen:
1.Szene: Dünenlandschaft abseits der Absturzstelle (Wüste 1), zunächst Abend-, dann Nachthimmel; (der Flieger auf der Bühne)
2.Szene: Kosmos (Planeten fliegen je von rechts nach links durch den Bühnenausschnitt) (Flieger schlafend auf dem Proszenium)
  --- Asteroid B612 (der Planet des kleinen Prinzen)
  --- Asteroid 325 (der Planet des universellen Herrschers)
  --- Asteroid 326 (der Planet des Eitlen)
  --- Asteroid 327 (der Planet des Säufers)
  --- Asteroid 328 (der Planet des ernsthaften Geschäftsmannes)
  --- Asteroid 329 (der Planet des Laternenanzünders)
  --- Asteroid 330 (der Planet des Geografen)
3.Szene: Auf der Suche nach den Menschen (Bühnenwagenfahrten zeigen wechselnde Landschaften, Flieger schlafend auf dem Proszenium)
  --- Wüste 1 bei Nacht (v. l. n. r.)
  --- Wüste 2 (neben einer Straße eine Blume, Dünenberg, v.l.n.r.)
  --- Rosengarten (v.l.n.r.)
  --- Fuchsbau unter dem Apfelbaum (v.r.n.l.)
  --- Rosengarten (v.l.n.r.)
  --- Fuchsbau unter dem Apfelbaum (v.r.n.l.)
  --- Bahnübergang mit Stationshaus
4.Szene: Dünenlandschaft abseits der Absturzstelle mit auftauchendem Brunnen (Wüste 1, Flieger auf der Bühne)
Nachspiel:  Festgesellschaft (Bühnenausschnitt gleicht einem Fenster, vor dem der Flieger steht und die Sterne betrachtet)

Die vom Karl Rauch Verlag genehmigte überarbeitete Fassung fand vor folgenden Szenen statt:
Vorspiel: Der Flieger sitzt auf dem Proszenium und wendet sich an das Publikum
1.Szene: Dünenlandschaft abseits der Absturzstelle (Wüste 1), zunächst Abend-, dann Nachthimmel
  (der Flieger auf der Bühne)
2.Szene: Kosmos (Planeten fliegen je von rechts nach links durch den Bühnenausschnitt - kein Bühnenwagen)
  --- Asteroid B612 (der Planet des kleinen Prinzen) (Flieger steht am Rand des sichtbaren Bühnenausschnitts neben dem Planten)
(mit Beginn der Planetenreise gerät er gemeinsam mit B612 aus dem Blickfeld)
  --- Asteroid 325 (der Planet des universellen Herrschers)
  --- Asteroid 326 (der Planet des Eitlen)
  --- Asteroid 327 (der Planet des Säufers)
  --- Asteroid 328 (der Planet des ernsthaften Geschäftsmannes)
  --- Asteroid 329 (der Planet des Laternenanzünders)
  --- Asteroid 330 (der Planet des Geografen)
3.Szene: Auf der Suche nach den Menschen
  --- Wüste 1 bei Nacht (v. l. n. r.)
  --- Wüste 2 (neben einer Straße eine Blume, Dünenberg, v.l.n.r.)
  --- Rosengarten (v.l.n.r.)
  --- Fuchsbau unter dem Apfelbaum (v.r.n.l.)
  --- Rosengarten (v.l.n.r.)
  --- Fuchsbau unter dem Apfelbaum (v.r.n.l.)
  --- Bahnübergang mit Stationshaus
4.Szene: Dünenlandschaft abseits der Absturzstelle mit auftauchendem Brunnen (Wüste 1, Flieger auf der Bühne)
Nachspiel:  Der Flieger sitzt auf dem Proszenium und wendet sich an das Publikum
Figuren und Sprecher:
In Alfred Mührs Bearbeitung kamen ursprünglich diverse Figuren vor, die nie oder nur kurze Zeit ihren Weg auf die Bühne fanden.
Der Flieger als Marionette4 und ein Affenbrotbaum mit drei Elefanten5 wurden bereits im Probenprozess gestrichen,6 obwohl zumindest die Flieger-Marionette bereits nach Vorbild Walter Oehmichens angefertigt und während der ersten Proben auch verwendet worden war.7
Im Rahmen der Intervention des Karl Rauch Verlags fielen dann fast alle Figuren dem Überarbeitungsprozess zum Opfer, die im Buch nur gezeichnet werden oder von denen nur berichtet wird (Schafe, Jäger etc.).
Die Figuren, die vor der Premiere gestrichen wurden, wurden in der folgenden Liste nicht erfasst. Alle Figuren, die erst nach der Premiere auf Verlangen des Verlages getilgt wurden, sind mit einem Sternchen markiert.
Live-Besetzung von 1951Aufnahme von 1959
»Saint-Ex«, der Flieger (Schauspieler)
Walter Oehmichen
Walter Oehmichen
Der Prinz
Beatrix Laqua
Vera Beutel
Die Rose
Hannelore Oehmichen
Hannelore Marschall-Oehmichen
Der König
Manfred Jenning
Manfred Jenning
Der Eitle
Ernst Ammann
Günter Knecht
Der Säufer
Manfred Jenning
Manfred Jenning
Der Geschäftsmann
Walter Schellemann
Walter Schellemann
Der Laternenanzünder
Max Bößl
Max Bößl
Der Geograph
Walter Schellemann
Walter Schellemann
Jäger8
(stumm)
-
mit Dackel9
(stumm)
-
Der Stationsvorsteher
Walter Schellemann
Walter Schellemann
Du-Pi-Verkäufer
Manfred Jenning
Manfred Jenning
Das kranke Schaf10
(stumm)
-
Das Schaf mit Hörnern11
(stumm)
-
Das alte Schaf12
(stumm)
-
Die Kiste13
(stumm)
-
1. Wildgans
(stumm)
(stumm)
2. Wildgans
(stumm)
(stumm)
Eine Ratte
(stumm)
(stumm)
Ein Maikäfer
(stumm)
(stumm)
Die Schlange
Rose Oehmichen
Rose Oehmichen
Die Wüstenblume
Margot Kratzsch
Margot Schellemann
Rosengarten
Ursel Oehmichen
Hannelore Oehmichen
Margot Kratzsch
Hannelore Marschall-Oehmichen
Margot Schellemann
Gertraut »Traudl« Vogler
Der Fuchs
Manfred Jenning
Manfred Jenning
1. kleiner Fuchs14
-
2. kleiner Fuchs15
-
3. kleiner Fuchs16
-
4. kleiner Fuchs17
-
Produktionsdaten:
21.05.1961: Bandaufnahme
09.06.1961, 10:00 Uhr: während eines Gastspiels in Mannheim anlässlich der 4. Deutschen Puppentheaterwoche wird eine Szene vor Fernsehkameras gespielt


»Bitte! Zeichne mir ein Schaf.« – Der Flieger (Walter Oehmichen) und der Kleine Prinz
[© Fotostudio Meile]

Der Prinz fegt seinen erloschenen Vulkan – man kann ja nie wissen …
[© Fotostudio Meile]

Der Prinz beim universellen Herrscher
[© Fotostudio Meile]

Der Prinz fliegt mit zwei Vögeln von Planet zu Planet
[© Fotostudio Meile]

Der Prinz stört den Geschäftsmann bei dessen ernsthafter Arbeit
[© Fotostudio Meile]

Der Prinz glaubt angesichts des Rosengartens zu erkennen, dass seine geliebte Rose nichts Besonders ist
[© Fotostudio Meile]

»Man sieht nur mit dem Herzen gut … « – der Prinz erfährt vom Fuchs ein Geheimnis
[© Fotostudio Meile]

Der Prinz lässt sich vom Aufsichtsbeamten am Weichenstellhäuschen das Wesen der menschenlichen Reise erklären
[© Fotostudio Meile]

Der Flieger nimmt Abschied von dem Kleinen Prinzen
[© Fotostudio Meile]

Kritiken/ Pressestimmen:
Uraufführung im Augsburger Marionettentheater:
Das große Ereignis: Der Kleine Prinz
Bei Rilke steht ein Wort, das ganz zu begreifen man wohl ein Menschleben lang braucht: »Herr, gib jedem seinen eigenen Tod.« Das Ende des Dichters Saint-Exupéry ist das treffendste Beispiel für die Auslegung des tiefen Rilkeschen Gebets. Es lässt sich kaum denken, dass er an Altersschwäche sterben oder durch einen sinnlosen Unfall ums Leben hätte kommen können. Er ist den Fliegertod gestorben und wahrscheinlich ins Meer gestürzt; niemals mehr fand man einen Rest seiner Hülle. Wie unwichtig diese Hülle ist, zeigt der "Kleine Prinz", als er wieder zu seinem Stern zurück will – er streift sie als lästiges Hindernis ab, um schneller fliegen zu können – der Geist in Gestalt der Liebe triumphiert. Man möchte sich den Tod des Dichters so vorstellen: Er wird in der Maschine angeschossen, schwer verwundet und kann noch bei vollem Bewusstsein das Flugzeug in den Himmel steuern, der Sonne entgegen. Der Aether, das unendliche Blau – es ist das Lieblingswort Hölderlins – nimmt ihn auf. Die reine Seele eines reinen Dichters fliegt Gott in die Arme! Er hat seinen eigenen Tod gefunden, einen Tod, um den wir ihn beneiden können, wir, die uns Schwergewichte mancher Art an der Erde kleben lassen.
        Man sagt, dass eine einzige Ode Hölderlins die Welt mehr verändert hätte, als alle Schlachten Napoleons zusammengenommen. Dass Frankreich, dass Europa einen Saint-Ex (wie ihn die Franzosen nennen) hervorgebracht hat, ist wichtiger als alle Entscheidungen, die in den letzten fünfzehn Jahren auf diesem Kontinent gefallen sind. Denn sie haben uns, in jeder Form, vom Menschlichen weiter entfernt; er aber hat, und vor allem im »Kleinen Prinzen«, uns gezeigt, was das Wesen des Menschen sein soll. Liebe und Verantwortung für den Nächsten, mit dem wir vertraut geworden sind. »Der Kleine Prinz« ist das wesentlichste Buch der letzten Jahrzehnte; er gehörte jedem Menschen in die Hand und ans Herz gedrückt, es gehört in jedes Lehrerzimmer und in jeden Schulunterricht. Es ist wichtiger als alle Darstellungen der Philosophie zusammen, denn es lehrt in unübertrefflicher Weise jenes Grundmotiv aller philosophischen Ausgangswege: das Staunen, das Sichwundern über die Dinge der Schöpfung und über den Menschen selbst.
        Das Augsburger Marionettentheater, das zu seinem dritten Geburtstag keinen schöneren Anlass finden konnte, ihn voller Berechtigung zu feiern, hat sich mit der Inszenierung ein echtes Ruhmesblatt erworben. Es gibt in der Literatur – mit Ausnahme vielleicht von Büchners »Leonce und Lena« – kein Werk, das so nach der Marionette schreit, wie dieses. Der kleine Prinz, der vom Himmel fällt, ist ja schon an und für sich das »antigrave« Wesen, das Kleist der Marionette zuspricht. Für den Zeichentrickfilm etwa scheint der Vorwurf ungeeigent. Dieses hauchzarte Gebilde darf sich nicht vom Menschen lösen und als technischer Vorgang selbstständig machen. Die Technik des Marionettentheaters ist immer mit dem Menschen verbunden – im übertragenen Sinne sind es die Schnüre der Sympathie, die der Puppe die Bewegung verleihen. Sympathie auch wieder im wörtlichen Sinn genommen – als Mit-Leiden. Das Mit-Leiden setzt die Herzen in Bewegung – hier scheint mir das tiefste Wesen und die magische Wirkung der Marionette beschlossen zu sein.
        Ist es nicht zauberhaft, den kleinen Prinzen das Stühlchen verrücken zu sehen, wenn er die vielen Sonnenuntergänge erleben will? Oder den Laternenanzünder, dieses dichterischste Opfer der Bürokratie, dem man vergessen hat, eine neue Weisung zu geben! Oder das rührende Trippeln des Fuchses, wenn er das Wesen der Zähmung erläutert. Hier liegt – neben dem Wort: Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, man muss es mit dem Herzen suchen – der dichterische und menschliche Höhepunkt: dass der Mensch dem Menschen verantwortlich ist, dem er sich vertraut gemacht hat.
Die technischen Details sind entzückend gelöst; der Wohnstern des Prinzen und die Szene an der Bahnschranke bleiben wohl vor allem in Erinnerung. Man muss Carlo Schellemann herzlich die Hand drücken für seine kongenialen Bühnenentwürfe, die nur einer liebenden Vorstellung entsprungen sein können. Wenn überhaupt etwas zu diskutieren ist, so die Frage, ob die Rahmenhandlung nicht besser zu lösen wäre. Ein Mensch, Saint-Ex, der vor dem Puppenrahmen liegt, sprengt die Dimensionen. Es kommt ein Stich von Gullivers »Liliput« herein, der nicht sehr zuträglich ist, zumal man sich die Proportionen von Prinz und Erwachsenem anders denkt: Hier hätte der Prinz die Größe eines Kindes. Auch der realistische Schluss ist nicht recht geglückt, die Illusion sollte nicht bewusst gebrochen werden. Mit dem aufziehenden Stern ist ein schöner Abschluss gegeben. Dieser Einwand, der leicht gemacht ist, vermindert den großartigen Gesamteindruck kaum.
        Der Kritiker, in den Augen mancher Zeitungsleser das kaltschnäuzigste Wesen auf Gottes Erdboden, legt die Feder nieder und freut sich wie ein Kind. Er möchte Walter Oehmichen sagen, dass er mit seiner Tat – denn eine solche ist es – sich den Dank aller Gutgesinnter verdient hat. Sie ist wert, weit über Augsburgs Grenzen hinaus bekanntgemacht zu werden. Denn die Rührung, die uns nach dem Stück überkommt, ist alles andere als sentimental. Sie ist ein echtes Zeugnis, die Probe darauf, ob man noch etwas auf sich halten darf oder nicht. Von dieser Rührung wurde auch Paula, die alte Haushälterin Saint-Exupérys betroffen, die zu der Aufführung aus der Pfalz herbeigereist kam. Jene Paula, die uns den Kinderbrief des Dichters übermittelt hat mit den hilflosen Worten in steiler Schrift: »Paula, ich liebe Sie viel...!«
(Kritik von Dr. Fred Hepp über die Deutschlandpremiere von Der Kleine Prinz)


Etwa einen Monat nach der Premiere präsentierte Walter Oehmichen seine Inszenierung Der Kleine Prinz der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Ein Zeitungsartikel zeugt von diesem ersten Gastspiel.
Der kleine Prinz auf seiner ersten Reise
Die Augsburger Puppenkiste wurde in München begeistert aufgenommen
Die Wanderbühne des Augsburger Marionettentheaters, an der seit Monaten eifrig gearbeitet wurde, ist fertig. Nun hat Walter Oehmichen die Möglichkeit, mit seiner Puppenkiste Gastspiele in ganz Westdeutschland zu machen. Seit der »Kleine Prinz« in Augsburg mit so viel Erfolg aufgeführt wurde, liefen aus vielen Städten Westdeutschlands Einladungen ein, darunter auch die Aufforderung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, bei der diesjährigen Jahrestagung in München die Abschlussvorstellung zu übernehmen. Am Montag abend wurde der »Kleine Prinz« im Grünen Saal des Nymphenburger Schlosses vom Augsburger Marionettentheater gespielt.
        Tag und Nacht ist in der letzten Woche an der Fertigstellung der Reisebühne gearbeitet worden, denn der Termin für die Münchener Reise war ziemlich kurz. Die Reisebühne hat dieselben Maße wie die Augsburger Bühne, ist 4,75m hoch, 4m tief und 8m breit. Eine moderne Stahlkonstruktion, transportabel und leicht zerlegbar, hat Kunstschlosser Rauscher dafür geschaffen. Der eigene Wagen, auf dem die Marioenttenbühne in Zukunft reisen wird, war zu der Münchener Fahrt noch nicht fertig, so wurden Bühne und Puppen auf einen Lastwagen geladen und die erste Reise des »Kleinen Prinzen« nach München konnte losgehen.
        Es wurde eine glückhafte Reise, das Marionettentheater spielte vor einem prominenten und kunstverständigen Publikum; die Zuschauer waren begeistert von der Aufführung und wünschten sich eine baldige Wiederholung des Gastspieles.
        Für die Reise der Puppenkiste hat Walter Oehmichen ein Gästebuch angelegt, in das sich als erster Ministerpräsident Dr. Erhard eintrug. Auf den nächsten Seiten sind Namen aus dem bayerischen Kulturleben festgehalten, lauter Gäste dieser ersten Vorstellung in München: Wilhelm Hausenstein, der Leiter der Akademie der Schönen Künste, der Karikaturist Olaf Gulbransson, die Dichterin Ina Seidel, Leonhard Frank, Max Unold.
        Ende Juni wird die Puppenkiste ihre nächste Reise unternehmen. Sie geht nach Weißenhorn, wo der Kleine Prinz, Aschenbrödel und die Seejungfrau aufgeführt werden sollen. Mit Braunschweig, Hamburg und Osnabrück sind Abmachungen für Gastspiele im Spätsommer getroffen.
(E.S. in der Schwäbischen Landeszeitung, 23. März 1951)


Die endlich fertiggestellte Reisebühne wird in München erstmals montiert
Bezüge zu anderen Produktionen:

Ältere und jüngere Inszenierungen dieser Bühnentextfassung
B) 1990: Der kleine Prinz

Wurde verfilmt als
B) 1954: Der Kleine Prinz (Kinderbücher für Erwachsene, Band I, zum 2. Mal)
C) 1962: Der Kleine Prinz

   1 Le Petit Prince wurde erstmals 1943 bei Editions Reynal & Hitchcock in den Sprachen Französisch und Englisch verlegt.
   2 Übersetzung ins Deutsche; Publiziert 1950 durch den Karl Rauch Verlag in Düsseldorf
   3 Die Kritik von Fred Hepp zeugt von dem Nachspiel der ersten Aufführungen. (Siehe unten)
   4 sollte in der 4. Szene auf der Bühne agieren, während Walter Oehmichen als Flieger auf dem Proszenium schlafend sprach
   5 für die 2. Szene vorgesehen
   6 laut Erinnerung von Margot Schellemann und Ursel Döllgast
   7 laut Erinnerung Margot Schellemanns wurde die Puppe dann irgendwann für ein anderes Stück umgestaltet
   8 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   9 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   10 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   11 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   12 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   13 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   14 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   15 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   16 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
   17 wurde auf Verlangen des Karl Rauch Verlages kurz nach der Premiere gestrichen
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